Besondere Dienstleistungen NRW

Tarifergebnis nach harten Verhandlungen geschafft

Zeit- und Leiharbeit

Tarifergebnis nach harten Verhandlungen geschafft

Zeit- und Leiharbeit, Tarifverhandlungen, Tarif, Besondere Dienste NRW, Grafik: ver.di NRW / FB 13 Zeit- und Leiharbeit

Nach harten Verhandlungen wurde ein Ergebnis erzielt

28.01.2020 | Berlin/Düsseldorf - Die Verhandlungen haben lange gedauert, aber Jetzt ist es so weit: Die DGB-Tarifgemeinschaft konnte viele Verbesserungen für Leihbeschäftigte durchsetzen. So gibt es neben einer guten Lohnerhöhung zukünftig mehr Urlaub und auch mehr Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Besonders freuen können sich die ver.di-Mitglieder. Wie die Mitglieder anderer DGB-Gewerkschaften erhalten sie ab 2021 zusätzlich zum Urlaubs- und Weihnachtsgeld (betriebliche Sonderzahlung) auf Dauer eine exklusive Zahlung für Mitglieder. Dieser Betrag wird ab 2023 in der Spitze bis zu 700 Euro betragen.

Erste Einkommenssteigerung ab April 2020

Ab April 2020 steigen die Löhne in drei Stufen: Im Westen steigen die Einkommen um 1,9 Prozent. Diese erste niedrige Anhebung begründet sich vor allem in der aktuell schlechten wirtschaftlichen Situation der Leiharbeitsunternehmen. Im Osten steigen die Löhne ab April 2020 um 3 Prozent (in der Entgeltgruppe 1 um 2,31 Prozent) und werden im Oktober dann in allen Entgeltgruppen um weitere 2,2 Prozent angehoben. Mehr Geld 2021 und 2022. Ab April 2021 gibt es dann nur noch eine Entgelttabelle für alle. Dann sind alle Arbeitsbedingungen für Ost und West, ob Entgelt oder Arbeitszeit, gleich. Die gemeinsame Entgelttabelle wird dann in zwei weiteren Schritten, jeweils ab 1. April, in 2021 um 3,0 Prozent und in 2022 um 4,1 Prozent angehoben. Insgesamt bedeutet diese Erhöhung in drei Stufen, dass z.B. die Einkommen in der EG 1 im Westen am Ende der um fast 10 Prozent und im Osten sogar um 11,3 Prozent steigen.

Mehr Geld gibt es auch beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ab 2021 steigen die heutigen Sonderzahlungen von derzeit jeweils 150 Euro ab sechs Monaten, auf jeweils 200 Euro erhöht. Durchsetzen konnten wir auch, dass die höchste Stufe früher erreicht wird. Und auch hier winkt nicht nur früher, sondern auch mehr Geld. So bekommen Leihbeschäftigte hier künftig zweimal 400 Euro, statt vorher nur 300 Euro.

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Ab 2021 zahlt sich ver.di Mitgliedschaft noch mehr aus. Schon heute sind es unsere Gewerkschaftsmitglieder, die diesen Abschluss erst möglich gemacht haben. Für alle, die 2021 mindestens 1 Jahr ver.di-Mitglied sind, rechnet sich ihre Gewerkschaftszugehörigkeit dann noch mehr. Denn ab dann gibt es für ver.di Mitglieder oder Mitglieder einer anderen DGB-Gewerkschaft ein extra Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Stufen steigt das Mitglieder-Extra auf bis zu zweimal 350 Euro im Jahr.

Mehr Urlaub

Verbesserungen konnten wir auch beim Urlaub aushandeln. Ab Jahr 2021 steigt der Urlaub von heute 24 auf 25 Tage. Die jetzt noch bestehenden fünf darauffolgenden Stufen werden auf drei reduziert. So bekommen die Kolleginnen und Kollegen in Leiharbeit zukünftig schon ab dem zweiten Jahr 27 Tage Urlaub und ab dem vierten Jahr der Beschäftigung – und damit ein Jahr früher – 30 Tage Urlaub für die Leihbeschäftigten.

Mehr Entgeltgruppen – bessere Eingruppierung

Eine kleine aber bedeutende Verbesserung ist den Gewerkschaften der DGB-Tarifgemeinschaft bei den Entgeltgruppen gelungen. Ab Juli 2020 werden die Entgeltgruppen neu gefasst. Es wird eine neue Entgeltgruppe eingeführt, in dem die EG 2 in eine Entgeltgruppe 2a und eine Entgeltgruppe 2b aufgeteilt wird.

Darüber hinaus wurden die Entgeltgruppen 3 und 4 entzerrt und die EG 4 wurde zu einer echten Eckentgeltgruppe aufgewertet. Zukünftig wird eine richtige Eingruppierung einfacher sein und damit besser durchzusetzen. Eine unauffällige, aber sehr hilfreiche Verbesserung. Weitere Verbesserungen. Daneben konnten noch einige weitere Verbesserungen erreich werden. So ist z.B. das Arbeitszeitkonto im iGZ-Tarifvertrag neu gefasst worden. Dabei wurde ein verbessertes Recht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Auszahlung von Stundenguthaben durchgesetzt und die rechtswidrige Regelung, die dem Unternehmen erlaubt über zwei Tage zu verfügen, endlich gestrichen. Ein wichtiger Erfolg ist auch: Jetzt ist im Tarifvertrag unmissverständlich geregelt, dass die Überbrückung verleihfreier Zeiten durch Nutzung des Arbeitszeitkontos nur mit Zustimmung der Beschäftigten möglich ist.

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V.i.S.d.P.: ver.di-Bundesfachbereich Besondere Dienstleistungen, Markus Nöthen, Bundesfachgruppenleiter FOKUS, bearbeitet: Arno Peukes, Paula-Thiede-Ufer 10 in 10179 Berlin.