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Informationen zum beantragten Schutzschirmverfahren

Friseurhandwerk

Informationen zum beantragten Schutzschirmverfahren

friseur Foto: ver.di NRW / FB 13 Friseurhandwerk

ver.di informiert zum beantragten Schutzschirmverfahren

07.09.2020 | Berlin - Euer Arbeitgeber hat aktuell einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren beim zuständigen Amtsgericht gestellt. Damit werden in nächster Zeit einige einschneidende Veränderungen auf das Unternehmen und euch zukommen. Wir möchten euch hiermit einen ersten Überblick geben. Ziel eines Schutzschirmschirmverfahrens ist es, mit einer Sanierung den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Da das Verfahren in Eigenverwaltung durchgeführt werden soll, muss das Unternehmen nun selbst mit Hilfe eines zu bestellenden Sachwalters einen Sanierungsplan erstellen. Das Gericht wird anhand dessen prüfen, ob eine Sanierung möglich erscheint und in diesem Fall einen sogenannten Eröffnungsbeschluss erlassen. Das Verfahren hat gerade erst begonnen, sodass genaue Details noch nicht bekannt sind. Ver.di wird euch weiterhin aktuell informieren.

Die Situation für euch Arbeitnehmer*innen: Arbeitsvertrag, Gehalt und Kündigung

Gibt es eine umfassende Sanierung, sind häufig viele Arbeitnehmer*innen die Leidtragenden. Umso wichtiger ist es, eure Rechte und Möglichkeiten zu kennen. Eure arbeitsvertraglichen Rechte und Pflichten bleiben erst einmal unberührt. Anspruch auf Lohn und Gehalt, Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch: All das ist unverändert. Auch kann der Arbeitgeber euch nicht einfach so kündigen. Allerdings wird in der Regel für die ersten drei Monate euer Entgelt über das sogenannte Insolvenzgeld abgedeckt, was von der Agentur für Arbeit gezahlt wird. Im weiteren Verlauf eines Schutzschirmverfahrens, insbesondere nach einem Eröffnungsbeschluss des Amtsgerichts, können sich noch weitere Entwicklungen ergeben oder besondere Ausnahmeregelungen z.B. für Kündigungsfristen u.ä. gelten. Unser Tipp für Euch: Lasst euch bei auftauchenden Fragen z.B. zum Insolvenzgeld, zu eventuell verlangten Vertragsänderungen oder Kündigungen etc. in jedem Fall rechtlich beraten. Ver.di-Mitglieder bekommen arbeitsrechtliche Beratung kostenlos bei ver.di vor Ort (abgedeckt über euren Mitgliedsbeitrag) und Rechtsschutz nach einer dreimonatigen Mitgliedschaft.

Betriebsräte: Die Mitbestimmung bleibt!

Interessensausgleich und Sozialplan

Die Rechte der bestehenden Betriebsräte bleiben in diesem Verfahren weiter in Kraft. Möchte der Arbeitgeber Entlassungen im großen Umfang durchführen, muss er vorher z.B. einen Interessensausgleich und Sozialplan mit den schon vorhandenen Betriebsräten verhandeln. Auch bei jeder Kündigung ist dieser weiterhin vorher anzuhören. Für Kolleg*innen in Betrieben ohne Betriebsrat gilt: Die Gründung eines Betriebsrates ist immer sinnvoll. Der Betriebsrat, bestehend aus Beschäftigten des Betriebes, hat umfassende Rechte und Mitbestimmungsmöglichkeiten, um die Interessen der Mitarbeiter*innen z.B. bei der Dienstplanung, Gesundheitsschutz etc. zu vertreten.

Online Mitglied werden: http://mitgliedwerden.verdi.de

V.i.S.d.P.: ver.di-Bundesverwaltung, Fachbereich 13, Paula Thiede Ufer 10 in 10179 Berlin. 

Sonja Austermühle, Telefon: (0 30) 69 56 - 2008